Tipps für Online-Meetings

27. März 2020  Uncategorized

Disclaimer: Dieser Artikel wird gelegentlich aktualisiert. Letzter Stand: 30. Juni 2020

Im Folgenden einige Tipps für das Abhalten von Online-Meetings, sowohl didaktischer als auch technischer Natur. Die technischen Empfehlungen sind so gewählt, dass ihr ohne besonderen Kenntnisse unmittelbar damit starten könnt. Software, die entweder erst selbst gehostet werden muss oder in Zukunft vielleicht zur Verfügung stehen wird (LINKE Cloud, Mattermost) ist hier ausgeklammert. Als BAG Netzpolitik hoffen wir, damit eine gut verständliche Einstiegs- und Entscheidungshilfe für alle Parteimitglieder zu bieten. Für Hinweise oder Fragen, schreibt uns gern: info@dielinke-netzpolitik.de

 

Welcher Kommunikationsweg entspricht euren Anforderungen?

 

Videokonferenz

  • Videokonferenzen erzeugen eine gewisse soziale Nähe, und machen die Verständigung durch Mimik und Gesten authentischer und einfacher als in Telefonkonferenzen. Jedoch sind in der Praxis Mischformen häufig sinnvoll, in denen Kameras nur temporär, etwa bei aktiven Redebeiträgen oder nur bestimmten Teilnehmer*innen, eingeschaltet sind. Damit können potentielle Nachteile von Videokonferenzen umgangen werden. Nicht jede Teilnehmer*in inklusive ihrer Umgebung ist darauf vorbereitet oder einverstanden, gefilmt zu werden. Vielleicht möchte auch mal jemand den Raum wechseln oder etwas erledigen, ohne die Sitzung zu verlassen. Schwankender Verbindungsqualität kann durch temporäres Abschalten der Kamera begegnet werden. Doch auch wenn es nur teilweise Videoübertragung sein soll – benötigt wird eine geeignete Software dafür. Wir empfehlen BigBlueButton, Jitsi-Meet und Riot. Zoom ist zwar aktuell sehr populär, jedoch ist die Software proprietär, kann nicht vollständig unabhängig betrieben werden (keine informationelle Selbstbestimmung) und ist in Bezug auf den Datenschutz trotz erfolgter Verbesserungen nicht vertrauenswürdig. Zudem tritt derzeit bevorzugt bei Zoom-Meetings Zoombombing auf. Alfaview und Blizz sind immerhin DSGVO-konform, jedoch ebenfalls nicht OpenSource.

Telefonkonferenz (TelKo)

  • Reine Telkos sind einfacher, flexibler, stabiler und besser skalierbar als Videokonferenzen. Ihr könnt eine Video-app mit deaktivierter Kamera nutzen, oder ihr nehmt explizit eine Telko-Software, wobei wir Mumble empfehlen

Messenger/Chatgruppen

  • Für Smalltalk und kleinere Absprachen sind dauerhafte, thematisch bezogene Chatgruppen sinnvoll. Diese haben zudem den großen Vorteil, zeitunabhängig zu arbeiten. Jeder kann Nachrichten lesen und/oder antworten, wann er möchte. Wir empfehlen dafür die interoperablen Chatprotokolle Matrix und XMPP

E-mail-Verteiler

  • Es gibt bereits einen interoperablen Standard, der sehr verbreitet ist und daher unkompliziert Alle erreicht: E-mail. Nutzt Emails und Mailverteiler, um wichtige Informationen zu verbreiten wie Beschlüsse, Einladungen, Protokolle. Diskussionen als „unendliche Meetings“ per Email zu führen, ist Geschmackssache, probiert aus ob/wie es bei euch funktioniert. Unter den kommerziellen Angeboten empfehlen wir Mailbox.org und Posteo. Für Mailinglisten empfehlen wir Mailman und Sympa

Webinare

  • Ihr wollt ein Treffen/Seminar machen, bei dem kollaborativ mit verschiedenen Präsentationen und Dokumenten gearbeitet werden soll? Dazu bietet BigBlueButton einige Funktionen. Während der Videokonferenz können ein Whiteboard zur gemeinsamen Nutzung (je nach Installationsumfang verfügbar) und geteilte Bildschirme (z.B. für Präsentation eines Vortrags) genutzt werden, weiterhin sind ein Gruppenchat, gemeinsames Notizheft und Umfrage-tools enthalten. Die Moderatorfunktionen gestatten auch eine detallierte Verwaltung der Teilnehmenden, die beispielsweise temporären „breakout“-Räumen zugewiesen werden können, für vertiefende Gruppenarbeit. Das Umfeld der Konferenzräume bleibt erhalten, sodass zu einem späteren Treffen am Erreichten weitergearbeitet werden kann, zudem können die Konferenzen auch aufgezeichnet werden. Wenn euer Seminar oder Fragestellung nicht als Videokonferenz bearbeitet werden soll, bieten sich die kollaborativen Online-Werkzeuge zur Nutzung an, die Framasoft bietet.

Livestream

  • Wenn euer Treffen unmittelbar darauf abzielt, die Öffentlichkeit zu erreichen/einzubeziehen, ist ein Livestream theoretisch die beste Lösung dafür. Leider ist dies ohne zusätzlichen Aufwand lediglich mittels Facebook oder Youtube möglich. Immerhin können Online-Meetings auf Jitsi-Meet recht einfach auf Youtube gestreamt werden. Noch besser wäre es, auf eine eigene Webseite zu streamen und den Stream dann auf Twitter, Facebook oder Youtube lediglich zu verlinken. Leider verfügt DIE LINKE derzeit jedoch über keine eigene Streaming-Webseite. Wir empfehlen daher aktuell auf Livestreams möglichst zu verzichten und stattdessen öffentlich alle Interessierte zum Meeting einzuladen und ggf. eine Aufzeichnung des Meetings später zu veröffentlichen.

 

Online-Meetings organisieren

 

Vor dem Meeting

  • Tagesordnung vorbereiten: Zweck, Ziel und Strategie des Treffens festlegen, Moderation festlegen, Benutzerrechte der Gäste festlegen, wie soll Diskussion ablaufen, wie Wortmeldung erfolgen usw.
  • Gemeinsam nutzbares Dokument erstellen, in dem Protokoll geführt und ggf. diskutiert werden kann: etherpad.org, wir empfehlen: framapad.org (hier können nach login eigene, öffentliche Pads erstellt werden, die man auch selber wieder löschen kann, sowie bei Bedarf passwortgeschützte Pads.) Solche Dokumente rechtzeitig vorher verschicken, damit alle Zeit haben, sie auch zu lesen.
  • Legt fest, wie die Einladungen versendet werden (Direktlinks veröffentlichen ist wegen Trollgefahr nicht empfehlenswert).
  • Klärt, ob es ein Streaming eures Meetings geben soll oder nicht, und falls ja, ob der Stream öffentlich auffindbar oder begrenzt zugänglich sein soll
  • Konferenz-App vorher testen, vor allem mit Input-Gebern und externen Gästen

Technische Vorraussetzungen für Alle sicherstellen

  • Mikrofon und Lautsprecher (Möglichst ein Headset benutzen, sonst gibt es störende Rückkopplungseffekte). Die Devices müssen für die App aktiviert und sinnvoll konfiguriert sein! Erkundigt euch VORHER bei allen Teilnehmern, ob es dabei Probleme gibt, niemand soll sich schämen wenn er/sie es nicht konfiguriert bekommt! Seid hilfsbereit und nehmt euch die nötige Zeit dafür!
  • Fakultativ: Kamera (integrierte oder externe Webcam)
  • Stellt sicher, dass ihr euch an einem ruhigen Ort befindet. Seht äußerlich halbwegs so aus wie ihr auch gesehen werden wollt. Prüft ob die Lichtverhältnisse günstig sind.
  • stabile Internetverbindung mit min. 6 MBit (besser: 16 MBit oder mehr. Wenn das WLAN schwach ist, Laptop/PC mit Modem direkt verbinden (Netzwerkkabel)
  • Wenn die Anforderungen nicht erfüllbar sind, ist bei Jitsi auch eine Einwahl per Telefon möglich!

Während des Meetings

  • Beginnt mit einer Info, welche Standardeinstellungen für Gäste eingestellt/freigeschaltet sind und ob gestreamt wird.
  • Beginnt mit Vorstellungsrunde, damit jede/r erst mal angebunden ist und klar wird, ob technisch alles ok ist. Weist Teilnehmer ggf. darauf hin, wenn sie unverhältnismäßig laut oder -leise zu hören sind 
  • Achtet darauf, dass Moderation, Protokollführung und Redeanteile möglichst quotiert sind
  • Deaktiviert das Mikrofon, wenn ihr gerade nicht sprecht
  • Gelegentlich unterbrechen, um Zeit für Anmerkungen/Reaktionen zu geben (gilt nicht nur für die Moderation!)
  • Vermeidet Fragen, die es provozieren, dass viele Leute spontan gleichzeitig antworten. (Falsch: „seid ihr alle damit einverstanden?“; Richtig: „Hat noch jemand Einwände? Dann bitte jetzt!“)
  • Bedenkt in Gesprächen ohne Video, dass non-verbale Kommunikation ausfällt, vermeidet in dem Fall Scherze oder emotionale Beiträge, die deshalb falsch verstanden werden könnten. Sollte sich jemand doch angeggriffen fühlen, hilft eine sachliche Nachfrage, es könnte anders gemeint gewesen sein. Vorsicht und Nachsicht bei allen Beteiligten! Sollte eine Debatte wirklich entgleisen, kann und sollte die Moderation alle (!) Teilnehmer*innen außer sich selbst kurzzeitig auf stumm schalten, und zurück zum Faden führen.
  • Tipps für die Durchführung von Online-Meeting auch auf dem Blog von Anne Roth

Nach dem Meeting:

  • Bietet an, den Telko- oder Videokanal im Nachgang noch einige Zeit für Inoffizielles oder Chats offenzuhalten

 

Tipps zu Videokonferenzen mit BigBlueButton

  • BigBlueButton (BBB) ist im Unterschied zu Zoom, Skype & Co eine 100% freie Software, die von einer nichtkapitalistisch organisierten Community entwickelt und betrieben wird und so auf offene Standards setzt. Die verschlüsselte Übertragung der Daten, ob Video, Audio oder Text ist selbstverständlich. BBB kann auf dem eigenen Server installiert werden und ermöglicht es den Nutzern somit, die volle informationelle Selbstbestimmung zu behalten. Hauptziel der BBB-Community mit Sitz in Kanada ist die Bereitstellung einer Online-Learning-Plattform für Universitäten und mehr. Deshalb bietet BBB nicht nur pures Videoconferencing, sondern auch verschiedene Webinar-Funktionen und ist somit sehr vielseitig. Passwortschutz von Meeting-Räumen ist möglich, es muss keine App installiert werden und es funktioniert auch auf mobilen Geräten im Standard-Browser. Einen Account benötigt nur die Person, die ein Meeting erstellt, die anderen können per Link zum Raum beitreten. Je nach Installation/Instanz, ist auch die Einwahl per Festnetznummer in ein Meeting möglich. Die Verbindung ist auch bei größeren Teilnehmerzahlen stabil und zuverlässig.

Wählt einen BBB-Host aus. Wir empfehlen: 

 

 

Tipps zu Videokonferenzen mit Jitsi-Meet

  • Jitsi-Meet ist ebenso wie BBB Open Source und weist sehr ähnliche Vorteile auf. Im Unterschied zu BBB ist Jitsi noch etwas einfacher und schlanker aufgebaut, was den Einstieg maximal erleichtert. Bei größeren Teilnehmerzahlen, kann es bei Jitsi zu Stabilitätsproblemen kommen, deshalb folgen hier einige Tipps für einen möglichst störungsfreien Betrieb. Ein Vorteil von Jitsi ist noch, dass es einfacher und ressourcensparender selber gehostet werden kann als BBB.

Wählt einen Jitsi-Host aus. Wir empfehlen: 

  • Einfach einem der obigen Links folgen und ein neues Meeting starten
  • Oder: App auf Smpartphone installieren Hinweis: Falls https://meet.jit.si/ als Server des Meetings genutzt wird, braucht nur der Name des Meetings eingegeben werden, um teilzunehmen. Wenn ein anderer Server verwendet wird, muss vorher in der App unter „Einstellungen“ die URL des betreffenden Servers eingegeben werden.
  • Zugriff auf Kamera und Mikrofon „erlauben“ (Wenn die Abfrage im Browser nicht automatisch kommt, dann verlasst das meeting noch mal, ruft die Webseite des Jitsi-Servers auf, und klickt oben rechts auf das Rädchen, dort Kamera/Mikrofon manuell aktivieren). Wenn dort nichts ausgewählt werden kann, wurde die Kamera möglicherweise im Betriebssystem deaktiviert, in dem Fall Kamera in der Systemsteuerung aktivieren/freigeben.
  • Sprache einstellen: rechts unten „more actions“–>“settings“–>“more“–>“Language“
  • Auf stumm schalten (Mikrofonsymbol unten)
  • Link zum Meeting teilen. (i-symbol unten rechts anklicken, hier kann bei Bedarf auch ein Passwortschutz des Meetings hinzugefügt werden.)

Tipps für ein störungsfreies Meeting: 

  • Möglichst das eigene Gerät vor Beginn des Meetings neu starten und während des Meetings keine anderen Anwendungen oder Browser-Tabs öffnen oder downloads ausführen, und das verwendete WLAN/Modem sollte nur von dir selbst in Anspruch genommen werden.
  • Verwendet einen geeigneten Browser. Aktuelle Empfehlung (Stand 26.3.2020) sind Chromium und GoogleChrome, oder nehmt die Handy- oder Desktop-App (siehe oben).  Mit einem entsprechend konfigurierten Firefox könnt ihr auch „googlefrei“ im Browser teilnehmen, dies kann aber etwas störanfälliger sein („Your Mileage may vary“, also dein Ergebnis mag anders sein)
  • Vermeidet es, dass alle Teilnehmer*innen ständig die Kamera eingeschaltet haben. Stellt Alle die Videoqualität auf „low definition“ („more actions“–>“manage video quality“) (Achtung: Die Einstellung „low bandwidth“ führt zum Abschalten der Kamera!). Falls die Verbindung dennoch schlechter ist als erwartet, sollten alle Teilnehmer (außer ggf. der Moderation) ihre Kamera deaktivieren, dann geht es eben vorwiegend per Audio weiter
  • Nicht alle Teilnehmer*innen sprechen gleich laut. Die Lautstärke kann individuell angepasst werden, indem ihr den Cursor auf den jeweiligen Teilnehmer zieht. 
  • Die Moderation oder ein technisch Verantwortlicher können die Konnektiviät der einzelnen Teilnehmer beobachten (Cursor auf den Teilnehmer ziehen). Bei schlechter Konnektivität hilft ev. Direktanschluss an das Modem per Netzwerkkabel. Wenn ihr beim Test herausfindet, dass eure Konnektivität nicht gut ist, kann es helfen, in der Konfiguration eures Modems eine Einstellung „maximale Stabilität statt maximale Leistung“ vorzunehmen (Geräteabhängig).
  • Teilnehmer mit Verbindungsproblemen können das gesamte Meeting beeinträchtigen. Ggf. den Betroffenen vorschlagen, aufzulegen und sich per Telefon einzuwählen (i-Symbol unten rechts; „more numbers“) [1]

 

 

Tipps zu Videokonferenzen mit Riot

  • Riot ist ein Messenger für das offene Matrix-Protokoll, der sich über ein Jitsi-Plugin auch für Videokonferenzen eignet. Daher gelten hier ähnliche Tipps wie für jitsi-meet. Drumherum habt ihr hier einen Messenger mit guter Kryptografie, der plattformunabhängig direkt im Browser (Chromium, Chrome, Firefox) oder als app für Smartphones oder Desktops verfügbar ist. Zur Riot-Verwendung konkret, siehe Abschnitt „Messenger auf XMPP und Matrix“. Aktuell bietet Riot etwas bessere Voraussetzungen für die Durchführung barrierefreier Meetings. Zur Ermöglichung von Barrierfreiheit bewegt sich derzeit einiges. Hier solltet ihr euch bei Bedarf über den aktuellen Stand informieren, oder kontaktiert uns am besten direkt: info@dielinke-netzpolitik.de

 

Tipps zu Telefonkonferenzen mit Mumble

  • Mumble (dt. „Murmeln“) ist eine Software, mit der Telefonkonferenzen („VoiceOverIP“) digital abgehalten werden können. Alles was man benötigt, ist im einfachsten Fall ein Mikrofon und Internetbrowser (ähnlich Jitsi-Meet). Mumble ist ziemlich beliebt, da es eine große Anzahl von TeilnehmerInnen unterstützt und eine hohe Sprachqualität bietet. Wie andere hier genannte Software ist Mumble ein Open-Source Projekt.

  • Ähnlich wie bei Jitsi-Meet hat man zunächst die Qual der Wahl, da man sich einen Server, auf dem man „murmeln“ will, aussuchen muss. Mumble-Server sind zum Beispiel systemli.org und linxx.net

  • Beide Server bieten unter der genannten Adresse einen einfach Webclient, den man direkt mit dem Browser aufrufen kann. Man wählt einen Benutzernamen aus und verbindet sich auf den Server. Dort „angekommen“, kann man sich einen eigenen Kanal erstellen, in man seine GesprächspartnerInnen dann einlädt. Alle Personen in einem Kanal können sich miteinander unterhalten. Der einfache Webclient hat aber auch einen großen Nachteil: Man kann keine Passwörter für Kanäle vergeben. Wer also lieber etwas ungestörter sein will, brauch eine direkte Mumble-App. Fürs Android-Smartphone gäbe es da etwa Plumble, für den Desktop heißt sie einfach Mumble.

  • Übrigens: Um das eigene Mikrofon und Lautsprecher korrekt einzustellen, gibt es in den direkten Mumble-Apps einen Assistenten, der einen durch das Prozedere leitet. Unter KonfigurationAudio Einstellungs-Assistent kann man diesen starten. Und wie bei praktisch allen Audio- und Videoanwendungen empfiehlt es sich einen Kopfhörer (Headset) zu benutzen, um kein Echo zu erzeugen.

 

Tipps zu Messenger-Gruppen

  • WhatsApp, Telegram, aber auch Signal sind Messenger, die nicht interoperabel sind. Ihr könnt also z.b. mit einem Telegram-Account keiner Signal-Gruppe beitreten. Das ist oft sehr unpraktisch. Zudem erfordern diese Messenger eine Telefonnummer, um verwendet werden zu können (Anonymität?). Sie können auch nicht selbstbestimmt gehostet werden (außer Signal da es Open Source ist, aber auch mit Einschränkungen verbunden). Letztlich muss man trotz Verschlüsselung den jeweiligen Anbietern voll vertrauen, was den Datenschutz betrifft. Diese Probleme bestehen bei Verwendung offener Chatprotokolle wie Matrix, XMPP oder IRC nicht. Es gibt eine Anzahl darauf basierender Chat-Apps (Clients) die inzwischen oft auch Kryptografie auf Signal-Niveau bieten. Zu empfehlen sind die omemo-fähigen Clients Conversations, PixArt, ChatSecure, Dino, Gajim (für XMPP) und Riot (für Matrix). Riot bietet zudem auch ein Jitsi-Plugin, sodass ihr dort bei Bedarf auch Videokonferenzen durchführen könnt. Daher empfehlen wir Riot aktuell am ehesten. 

Messenger für Matrix und XMPP

 

Tipps für Mailinglisten

  • Werbefreie, vertrauenswürdige Mailprovider mit integrierter Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sind Mailbox.org (Webmail-Postfach mit integriertem XMPP-Client) und Posteo. Hosts für Mailinglisten mit freier Software sind Mailman (erkundigt euch bei eurem Landesverband, vermutlich ist dort etwas verfügbar, alternativ Mailmanlists.net und Sympa auf Riseup.net

 

Tipps für Webinar-Tools:

  • Neben Jitsi-Client und dem Support für Matrix, sind auch hier wieder französische Aktivitäten besonders progressiv: Framasoft (Reiter oben –> Free Services) bietet euch Etherpads (die auch selbst administriert, dh. passwortgeschützt oder gelöscht werden können), Tabellenkalkulation, Terminfindungswerkzeuge und vieles mehr.

 

Spendenaufruf

Die von uns empfohlene freie Software und Hosts können nur betrieben und besser werden, wenn Geld dafür zur Verfügung steht. Leider gewährt der Kapitalismus kaum Wertschätzung dafür. Staatliche Unterstützung ist spärlich, und für privatwirtschaftliche Investments erscheinen derartige Infrastruktur und Medien infolge minimierter Kapitalverwertungslogik oft unattraktiv. Transvestment ist der Lösungsweg. Entzieht dem Kapitalismus sein Kapital, indem es in nichtkapitalistische Eigentumsformen übertragen wird. Seid dabei und unterstützt die aufgeführten Hosts und Clients (oder andere die ihr kennt und schätzt) mit einer noch verkraftbaren Spende. Tragt dazu bei, gegenüber Freund*innen, Kolleg*innen und der Öffentlichkeit mehr Aufmerksamkeit für diese Kommunikationswege zu erzeugen. Und wer die Qualifikation hat, bitte spendet Zeit, um die freien Dienste besser zu machen. Vielen Dank!

 

Anhang

[1] Jitsi ermöglicht fakultativ die Einwahl per Telefon, dies ist auf dem offiziellen Jitsi-Server gewärhleistet. Für selbst aufgesetztes Jitsi muss für diese Funktion Jigasi mit einem SIP provider installiert und konfiguriert sein. Auf der Jitsi-Instanz von linxx.net ist aktuell die Teilnahme von Telefon-Anrufern durch einen Anruf der Teilnehmer-Nummer von Jitsi aus möglich, eine selbstständige Einwahl jedoch nicht.

Welche Apps für Videokonferenzen?

18. März 2020  Uncategorized

Die „Corona-Krise“ verstärkt die Nachfrage nach Möglichkeiten digitaler Konferenzen und -Treffen. Als BAG Netzpolitik der LINKEN empfehlen wir dazu die Vewendung von Riot. Alternativ sind auch weitere Dienste bedingt empfehlenswert: Darunter Nextcloud Talk, Jitsi, Wire, Signal. Optimalerweise stellt ihr das Hosting selbst bereit. Wenn das zeitnah nicht umsetzbar sein sollte, können zur Not auch externe Hosts genutzt werden. Anbieter wie Skype oder Zoom bieten zwar gute Usability, sollten aufgrund von Datenschutz, Zentralserver, Geschäftsmodell und Eigentumsverhältnis jedoch möglichst nicht genutzt werden. Werden kostenpflichtige Anbieter genutzt, sollten diese wenigstens interoperabel sein, beispielsweise BlueJeans.

Links:

Riot: https://riot.im
Jitsi:https://jitsi.org/
Nextcloud Talk: https://nextcloud.com/talk/
Wire: https://wire.com/
Signal: https://signal.org

Grundsätzlich empfehlen wir für digitale Kommunikation die Verwendung offener Standards (Email, XMPP, Matrix), möglichst in Kombination mit Verschlüsselung und dezentraler Serverarchitektur. Empfehlungen sind verschlüsselte Emails über eigene Server oder vertrauenswürdige Anbieter wie posteo oder mailbox, sowie als Messenger Riot, Conversations, Dino, Gajim und andere. Diese sollten optimalerweise selbst gehostet werden, für den einfachen Einstieg stehen aber auch externe Hosts zur Verfügung. Google- und Facebook-Dienste (also auch WhatsApp, Youtube usw.) sollten lediglich für die ergänzende Außendarstellung genutzt werden, um öffentlichkeitswirksam zu sein. Interne Angelegenheiten haben ebenso wie primäre Veröffentlichungen wichtiger Informationen nichts auf derartigen Plattformen zu suchen, von denen die Gesellschaft aus Gründen des Dateschutzes aber auch der informationellen Selbstbestimmung unabhängiger werden sollte und deren Geschäfts- und Eigentumsmodell unvereinbar mit sozialistischen Grundsätzen ist.

P.S. den Empfehlungen von Systemli.org können wir uns weitgehend anschließen, dort finden sich auch einige empfohlene Hosts: systemli.org

Linke Netzpolitik in den Bundesländern

10. Februar 2020  Uncategorized

Neben der Bundes-AG gibt es in Landesverbänden der LINKEN auch netzpolitische Landesarbeitsgemeinschaften (LAGen). Vernetzt euch mit Aktivist*innen auf regionaler Ebene! Sollte eure Region nicht in der Liste aufgeführt sein, schreibt uns einfach eine Mail zur Kontaktvermittlung: info@dielinke-netzpolitik.de

Netzpolitische Landesarbeitsgemeinschaften:

Kurzprotokoll vom BAG-Treffen 2018

22. Februar 2019  Uncategorized

Am 20. und 21.10.2018 fand das jährliche Treffen der Bundesarbeitsgemeinschaft wieder in Berlin statt.Es waren 15 Genoss*innen anwesend. Neben inhaltlicher und organisatorischer Diskussion, fand auch ein Gast-Vortrag von Bernd Fiedler (Wikimedia Deutschland) zum Thema „Public Money, Pulic Content“ statt.

Zuerst gab es einen ausführlichen Bericht der Sprecher*innen und danach Berichte aus den Landesarbeitsgemeinschaften und der Bundestagsfraktion.Insgesamt war eine stärkere Sichtbarkeit von netzpolitischen und Digitalisierungs-Themen in der Partei zu verzeichnen, wenn auch mit regionalen thematischen Unterschieden.

Danach wurde die Online-Präsenz der BAG diskutiert und beschlossen keine weiteren Zugänge neben dieser Homepage und dem Twitter-Account zu betreiben. Eine dauerhafte Archivierung des früher genutzten Blogs „Digitale Linke“ wird angestrebt.

Die BAG strebt an Materialien in Zukunft in einer Partei-internen Nextcloud-Instanz zu speichern um Wiederverwendbarkeit und Austausch zwischen den LAGen zu verbessern.

Für den 8.12.2018 wird ein Treffen in Berlin beschlossen um Änderungsanträge an das EU-Parlamentswahlprogramm auszuarbeiten. Die LAG Bayern wird parallel ein Treffen in Bayern organisieren.

Die LINKE plant für 2019 eine Digitalisierungskonferenz, in deren Planung die BAG einbezogen ist. Am zweiten Tag des Treffens haben wir uns ausschließlich mit der Skizzierung eines Papiers beschäftigt, dass dafür eine Grundlage bilden soll!

Wir sind wieder online!

31. August 2018  Uncategorized

Liebe alle, entschuldigt die Down-time und die diversen Probleme, die es in der Vergangenheit mit der Homepage gab. Wir sind jetzt wieder da, dauerhaft und mit SSL!

 

Leider sind bei der letzten Down-time einige Beiträge verschwunden, das ist jetzt leider so, aber hoffentlich gibt es bald neue 🙂

Zusammenfassung des BAG-Treffens 2016

22. November 2016  BAG, Treffen

Nach einem erfolgreichen und gutbesuchten Podium am Vorabend, fand am Samstag, den 19.11.2016 das jährliche Treffen der BAG Netzpolitik im Karl-Liebknecht-Haus statt. Es waren GenossInnen aus Hamburg, NRW, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin anwesend. Da die BAG vor allem auch ein Vernetzunsort der unterschiedlichen LAGen und Aktiven ist, gab es ausführliche Berichte von den drei anwesenden SprecherInnen und den anwesenden LAG-Mitgliedern. Zu den Aktivitäten der BAG zählten:

  • Stand auf dem Bundesparteitag
  • Gemeinsamer Antrag mit der LINKEN Sachsen zum Online-Mitglieder-Entscheid
  • Brief an den Parteivorstand bez. Wahlcomputern/Abstimmgeräten
  • Teilnahme an diversen Podiumsdiskussionen und Gesprächskreisen
  • Organisation der Veranstaltung zu „Cyberwar“

Die LAGen hatten und haben unterschiedliche Schwerpunkte, in NRW ist z.B. das „Industrie 4.0“ sehr zentral, während in Berlin digitale Wahlen und Abstimmungen oft Thema waren. Insgesamt sind 2016 zwei neue LAGen gegründet worden, undzwar in Baden-Württemberg und in NRW. In Mecklenburg-Vorpommern befindet sich eine LAG in Gründung.

Für das nächste Jahr versprachen die SprecherInnen eine besser funktionierende Organisation und regelmäßigere Öffentlichkeitsarbeit. Dazu wurde noch angeregt, dass langfristig die regionale Vielfalt der BAG sich vielleicht auch bei den SprecherInnen stärker wiederspiegeln sollte. Inhaltlich wird 2017 auch für die BAG vom Bundestagswahlkampf geprägt sein. Ein Treffen zum gemeinsamen Erarbeiten von Änderungsanträgen für das Bundestagswahlprogramm wird voraussichtlich Ende Januar in Berlin stattfinden.

Auch ansonsten wird die BAG aber auch wieder bei diversen Konferenzen und Kongressen dabei sein. Als erstes steht zwischen den Jahren der 33. Chaos Communication Congress an, bei dem wir ein Treffen von LINKE-Mitglieder planen.

Podiumsdiskussion „Cyberwar“

08. November 2016  BAG

Wir veranstalten am Freitag, den 18.11.2016 eine Podiumsdiskussion in der es um die Kriegsführung im digitalen Raum gehen wird, oft auch als „Cyberwar“ bezeichnet. Was sich nach Computerspiel anhört, ist leider ernste Realität und das Feld gewinnt neben den traditionellen Feldern, wie Boden, Luft und See zunehmend an Wichtigkeit in den geostrategischen Auseinandersetzungen des 21. Jahrhundert.
Wir werden darüber diskutieren, was man überhaupt unter Cyberwar versteht und wie dieser im Verhältnis zu anderer Kriegsführung einzuordnen ist; und welche Verantwortung InformatikerInnen, aber auch alle anderen KriegsgegnerInnen haben.

Auf dem Podium werden sprechen:

Die Podiumsdiskussion findet statt:

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos; eine Mitgliedschaft in der LINKEN oder der BAG Netzpolitik ist nicht erforderlich; technisches Fachwissen wird nicht vorausgesetzt.

Wenn ihr Facebook nutzt, könnt ihr hier die Veranstaltung teilen.

Änderungsantrag zum EU-Wahlprogramm: „Freiheit im Internet sicherstellen“

27. Januar 2014  BAG, DIE LINKE.

Am 15. Feburar 2014 wird der Bundesparteitag der LINKEN das Wahlprogramm zur Wahl des Europäischen Parlaments diskutieren und beschließen. Vor dem Hintergrund der Debatten um Geheimdienste, Überwachung, Datenschutz und Freiheit im Internet, hat unsere BAG Netzpolitik einen Änderungsantrag zum Wahlprogrammentwurf erarbeitet. Wir wollen damit die Bedeutung des Themas vor allem für linke Politik auch auf europäischer Ebene unterstreichen. Der Antrag ist hier dokumentiert:

Ganzen Beitrag lesen »

LINKE NETZPOLITIK – Für Commons, Dialog und Teilhabe

14. Juni 2013  DIE LINKE.

PT

In Dresden findet an diesem Wochenende der Bundesparteitag der Partei DIE LINKE statt. Dort wird das Wahlprogramm zur Bundestagswahl am 22. September 2013 beschlossen. Dieses enthält auch ein kürzeres Kapitel zu den netzpolitischen Positionen und Forderungen für die kommende Wahlperiode nach der Bundestagswahl. Eine Langfassung (hier das PDF), jenes Kapitel des Wahlprogramms aufgreifend, vertiefend und erweiternd, erarbeitet von der BAG Netzpolitik, dokumentieren wir nachstehend:

EIN INTERNET FÜR MEHR SOLIDARISCHES HANDELN UND SOZIALE ÖKONOMIEN

Das Internet ist ein Raum gesellschaftlicher Innovation. Es dient als Universal-Infrastruktur dem Transport, der Produktion und Distribution einer Vielzahl von Gütern, darunter kommerzielle, öffentliche und nicht vom Markt bestimmte Güter. Das Netz basiert auf einer verteilten, globalen Struktur und einer nicht diskriminierenden Steuerung, indem Inhalte aufgeteilt in Pakete bewertungsfrei zerlegt und transportiert werden. Im Verbund mit der aktiven Teilhabe der Nutzerinnen und Nutzer bilden diese Art Struktur und Steuerung das Fundament für ein System der offenen Informationsbereitstellung. Mit dem Internet hat sich grundlegend verändert, wie Menschen kommunizieren, produzieren und mit Informationen umgehen. Das Netz ermöglicht solidarisches Handeln und neue soziale Ökonomien, doch dem steht zugleich eine aggressive Privatisierung von Wissen und Kultur entgegen. Die Gemeingüter der Kommunikationsrevolution werden als erweiterte Renditequellen erschlossen und persönliche Freiheiten durch die Medien-, Unterhaltungs- und Technologiekonzerne erneut in Waren verwandelt und privatisiert angeeignet.

Ganzen Beitrag lesen »

Bundestreffen der BAG Netzpolitik am 16. September in Berlin

13. September 2012  BAG, DIE LINKE.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Netzpolitik der Partei DIE LINKE trifft sich im September zu ihrem zweiten Bundestreffen in diesem Jahr. Schwerpunkte der Beratung werden die Vorbereitung unseres Beitrags zum Wahlprogramm der LINKEN für die Bundestagswahl 2013 sowie die Verständigungen zur weiteren Organisations- und Arbeitsweise der BAG sein.

Das Bundestreffen findet statt am 16. September 2012 und beginnt um 11 Uhr.
Ort des Treffens ist das Wahlkreisbüro von Halina Wawzyniak (Mehringplatz 7, 10969 Berlin) // Google-Maps

Um das Treffen gut vorzubereiten, bitten wir alle, die teilnehmen möchten, sich anzumelden. Mitglieder der BAG Netzpolitik sollen dies im Etherpad zur Vorbereitung unter http://bagnetzpolitik.linkspad.de/Berlin2012 tun. Alle anderen Interessierten können sich per kurzer E-Mail an info@dielinke-netzpolitik.de anmelden.